Die Rettungshundearbeit ist mehr als nur ein Hobby und eine artgerechte Aufgabe des Rhodesian Ridgeback. Es ist eine ehrenamtliche und verantwortungsvolle Beschäftigung. Diese Aufgabe findet mit sehr viel Training und Einsatz bei jeder Witterung und Tageszeit statt. Wer sich für eine Beschäftigung derart Interesse zeigt, sollte sich darüber im klaren sein, das es hierbei nicht nur um den Spaß an der Arbeit in der Staffel geht, sondern um die Rettung hilfebedürftiger Menschen. Für ihren Hund und für sich selbst ist es nicht immer ganz ungefährlich.
Eignung: Die Rasse des RR zeichnet sich für eine gute Nasenarbeit und sehr gute Wendigkeit aus. Ihr Schutztrieb stellt, wie die Praxis beweist, kein Problem für Arbeit in einer Rettungshundestaffel dar. Diese Arbeit ist Jagd. Jagd nach menschlichem Geruch. Der Ridge sucht hier überwiegend mit halbhoher Nase oder hoher Nase. Es ist auch möglich das sich erfahrene Hunde sich unter Umständen auch mal an einer Fährte orientieren. Viele Staffeln sind der Meinung das der RR für diese Arbeit, aufgrund Ihrer Nasenleistung, ihrer Nervenstärke, ihrer Selbstständigkeit und ihrer Führigkeit besonders gut für die Rettungshundearbeit geeignet ist. Diese Arbeit ist ein Ausgleich zur Jagd, was dazu führt, dass die Hunde ausgeglichener und zufriedener sind. Der Ridgeback braucht wegen seiner späten Reife ein wenig länger für seine Ausbildung. Da sein Spieltrieb nicht so stark ausgeprägt ist, muss die Motivation über seine Neugier und seine Gefräßigkeit gefördert werden. Der RR ist ein sehr zurückhaltender Hund, jedoch schränkt das die Zuverlässigkeit nicht ein. Im Gegenteil Ridgeback’s neigen weniger dazu die „vermissten Personen“ zu bedrängen.

Anzeigearten

Der Rettungshund kann einen gefundenen Menschen entweder durch Verbellen, Bringseln oder Leerverweisen anzeigen. Eine weitere Form des Suchens ist das Man Trailing.
Beim Verbellen muss der Hund bei der gefundenen Person bellend verharren bis sein Führer bei ihm ist.
Beim Bringselsystem nimmt der Rettungshund das bei ihm angehängte Bringsel beim Vermissten auf und kehrt damit zum Führer zurück. Nach dem Ausgeben des Bringsels führt der Hund den Führer frei oder an der Zeigeleine zum Gefundenen.
Die dritte mögliche Anzeigeart ist das Frei- bzw. Rückverweisen. Dabei kehrt der Rettungshund nach Kontaktnahme mit dem Vermissten zum Führer zurück und fordert ihn mit bestimmten andressierten Gebärden (fassen der Leine, Pfote geben etc.). auf ihm zu folgen.
Beim Man Trailing handelt es sich um eine Personensuche nach dem Individualgeruch einer Person. Dieser Geruch eines Menschen ist einzigartig und somit vergleichbar mit einem Fingerabdruck. Der Hund kann die Geruchsspur einer vermissten Person über verschiedene Bodenarten - wie Vegetation oder Asphalt - verfolgen.
Man Trailer kommen zum Einsatz, wenn der letzte Aufenthaltsort der vermissten Person bekannt ist, nicht aber der Ort, an den sich die Person begeben hat. Mit Hilfe eines Geruchsartikels und dem zuletzt bekannten Aufenthaltsort der vermissten Person kann der Man Trailer die individuelle Geruchsspur, die jeder Mensch hinterlässt, verfolgen. Diese Spur kann einige Tage alt sein und sich über mehrere Kilometer erstrecken. Ein Man Trailer kann die Geruchsspur von anderen Spuren unterscheiden und damit eindeutig identifizieren. Das bedeutet, dass Man Trailer gerade auch in belebten Ortschaften erfolgreich eingesetzt werden können.
Man Trailer sind eine hervorragende Bereicherung für die Arbeit einer Rettungshundestaffel, da sie ein zusätzliches Spektrum an örtlichen Begebenheiten abdecken können.

geschrieben von Claudia am 30 October, 2009

Wie ich zur Rettungshundearbeit gekommen bin ist schnell gesagt. Ich erzählte euch ja schon, dass meine Besitzer mich öfter als kleinen Welpen besucht haben. Bei diesem Aufenthalt hat Karola Sie auf den Geschmack gebracht. Da meine große Schwester Rosalie begeisterte Man Trailerin ist, erzählte Karola ihnen ein bisschen von dieser Arbeit. Natürlich setzten Sie es auch gleich noch in die Praxis um. Da waren Sie dann so von begeistert, dass Sie beschlossen, diese Aufgabe soll unsere Kanga auch erfüllen. Da wir in Schönebeck eine eigene Rettungshundestaffel vor Ort haben, setzten wir uns mit dieser an einem Tag der offenen Tür in Verbindung. Nach einer kurzer Eingewöhnungszeit in meinem neuen zu Hause, nahm ich an einem Probetraining teil. Diese Arbeit machte mir sehr viel Spaß. Seitdem fahren wir regelmäßig dort hin. Ich mache auch schon sehr gute Fortschritte beim finden der versteckten Personen.

Leider muss ich euch mitteilen, dass ich am 10.02.10 die Rettungshundestaffel des DRK´s Schönebeck aus persönlichen Gründen verlassen habe.

geschrieben von Claudia am 30 October, 2009

Am 07.11.09 wurden wir zu einem Training bei der Rettungshundestaffel in Naumburg eingeladen. Um 8.00 Uhr trafen wir uns auf dem BPA. Nach einer kurzen Besprechung ging es gegen 8.30 Uhr los. Die Fahrt nach Naumburg dauerte ca. zwei Stunden. Nach einer kurzen Raucherpause (war dringend notwendig), ging es ab in den Naumburger Wald. Dort teilten wir uns in drei Gruppen auf. Für jede Gruppe gab es einen Gruppenverantwortlichen. Während der Anzeigen wurden natürlich auch Erfahrungen ausgetauscht, jede Staffel hat dabei unterschiedliche Taktiken seinem Hund das Suchen nach einem Opfer zu erlernen. Gegen 13.00 Uhr machten wir eine gemeinsame Mittagspause. Dann ging es zur zweiten Hälfte der Trainingsübung über, dabei wurden die Waldstücke getauscht um andere Gebiete auszutesten. Nach einem erlebnisreichen Tag traten wir müde und erschöpft gegen 17.30 Uhr die Heimreise an.

geschrieben von Claudia am 16 November 2009